Essen & Trinken, Kulinarisches, die Kanarische Küche
Wer die ursprüngliche kanarische Küche genießen möchte, sollte sich unbedingt etwas aus dem "Dunstkreis" der Touristenzentren entfernen. Hier herrschen multikulturelle, auf die jeweilige Urlauberklientel ausgerichtete Angebote, wie in jeder größeren Stadt bei uns auch.
Im Hinterland findet man sie noch, die kleinen einfachen Restaurants mit guter Hausmannskost, größere Ausflugslokale mit frischen Fisch- und Grillspezialitäten sowie auch Gourmettempel mit gehobener kanarischer Küche für die betuchteren Insulaner.
Prinzipiell ist die kanarische Küche angelehnt an die ländliche Kochkunst der portugiesischen und spanischen Einwanderer verfeinert mit afrikanischen wie lateinamerikanischen Einflüssen.
Schmackhaft & kräftig
Zu den Hauptmahlzeiten gehören zumeist kräftige Fleischgerichte, angerichtet mit den sehr beliebten "verschrumpelten Kartoffeln", gepaart mit süßen Desserts aller Raffinessen.
Nicht fehlen darf "Mojo", eine typische Tunke, für die jeder Kanare wohl sein eigenes Rezept im Küchenschrank hat. Vier Grundarten von "chilischarf" über "säuerlich" bis hin zu Kräuter- oder Knoblauchnoten gilt es auszuprobieren.
Tipp: unbedingt probieren, absolut lecker!
"Tapas" sind kleine leckere, sehr beliebte Appetithäppchen, welche oft vor den Hauptgerichten oder einfach so serviert werden. Der Zusammenstellung sind kaum Grenzen gesetzt, von Schinken, Käse über Oliven, Fisch und Gemüse ist alles vertreten.
Traditionelles Grundnahrungsmittel der Kanaren ist seit Jahrtausenden das sogenannte Gofio, ein Mehl aus gerösteten Mais-, Weizen- oder Hirsekörnern.
Knoblauch spielt eine große Rolle in der kanarischen Küche, er ist an den meisten Fleisch- und Fischgerichten zu finden.
Suppen & Eintöpfe
Meist vor dem Hauptgang wird gern eine Suppe genossen. Das Repertoire reicht von vielen Variationen an Fischsuppen, sämigen Gemüsesuppen und fleischhaltigen Eintöpfen. Bis zu sechs Sorten Fleisch, dazu Zwiebeln, Tomaten, Karotten und auch Kichererbsen ergeben ein äußerst schmackhaftes Gericht.
Fisch & Meeresfrüchte
Wie es sich für Insulaner gehört, stehen Fisch und Meeresfrüchte oft und gern auf dem Speiseplan. Fangfrisch direkt aus dem Ozean werden Seehecht, Seezunge, Seeteufel, Zackenbarsch und Brassen serviert. Delikatessen sind das Thunfischsteak wie auch Hai oder Schwertfisch. In guten Restaurants können Sie sich den Fisch sogar selbst aussuchen, bevor dieser für Sie zubereitet wird.
Krakenfleisch und Tintenfisch, ebenfalls sehr schmackhaft, werden gern als Appetithäppchen (Tapas) angerichtet. Als Beilagen beliebt sind Garnelen, Langusten oder auch Krebse, die in großer Tiefe gefangen werden.
Käse
Berühmt sind die Kanaren auch für ihren Käse, der auf allen Inseln aus Schafs- und Ziegenmilch produziert wird. Es gibt ihn geräuchert und ungeräuchert, meist kräftig im Geschmack mit einer leichten Salznote.
Als kleine Besonderheit gilt der sogenannte Blütenkäse, ein milder, aus Schafs- oder Kuhmilch hergestellter schmackhafter Käse. Blaue Artischockenblüten sind das Geheimnis dieser in drei Reifegraden angebotenen Käsesorte. Schauen Sie auf den Märkten oder fragen Sie bei den Bauern einfach direkt danach.
Nachtisch & Desserts
Die Canarios lieben es süß, schon nach dem Essen genehmigt man sich gern einen meist auch kalorienreichen Nachtisch. Flambierte Bananen sind genauso beliebt wie auch Turron de Gofio, eine Mandelspeise mit Honig, Feigen und Maismehl.
Der kulinarische Höhepunkt ist aber Bienmesabe, eine Nachspeise aus Eigelb, Honig, Mandeln und Limonen. Weiterhin zählen diverse Obstsorten in allen Variationen dazu.
Trinken
Gereicht werden gern frisch gepresste Fruchtsäfte mit Eis oder Milchshakes mit Eis und Früchten.
Gut trinken lässt sich das kanarische Bier (Dorada, Tropical), selbst für den bierverwöhnten deutschen Gaumen ist es schmackhaft. Hier gilt aber genauso das "Maß" der Dinge, obwohl nicht sehr stark, macht es gern mal Kopfweh bei übermäßigem Genuss.
Zum Essen wird gern ein Wein empfohlen und gereicht, vorrangig aus eigenem kanarischen Anbau. Gute Sorten kommen von den Inseln Lanzarote, Teneriffa, El Hierro und La Palma.
Gut mundet auch der Ron Miel, ein Honigrum oder der bekannte Bananenlikör Crema de Banana.
Zur besseren Verdauung nach einem opulenten Mahl genehmigt man sich gern einen Cafe Solo, ähnlich einem bei uns bekannten Espresso oder gleich in doppelter Ration als Cafe Doble. Mit Milch als Cafe Cortado wird er ebenfalls gern genossen. Aber keine Angst, der speziell von uns Deutschen gern getrunkene Filterkaffee ist natürlich meist überall zu bekommen, mit dem bezeichnenden Namen "Cafe Aleman".